Altglas

Icarex2Wie alles begann

Zu meiner Konfirmation hatte ich mir, vor mittlerweile 40 Jahren, eine eigene Kamera gewünscht. Bis dato hatte ich mir mit der hochbetagten Sucherkamera meiner Mutter entsprechend Lust gemacht.

"Der Bub braucht eine gute Kamera", entschied meine Familie, und damit schieden die damals auf den Markt gekommenen japanischen Modelle mit dem „elektronischen Firlefanz“ aus. Und dabei hatte ich mir an den Schaufensterscheiben so die Nase plattgedrückt: Die Nikon F und die Canon AE-1 waren die meine heimlichen Träume. Der Verkäufer im Fotogeschäft war gerissen und verkaufte meiner Mutter die seiner Meinung nach "Krönung deutscher Kamerabaukunst": Die Zeiss Icarex 35BM.

Ohne jegliche Elektronik, die ja nur kaputtgeht (!) und mit einem Ultron 1,8/50mm Objektiv. Für einen unglaublichen Preis, für den die ganze Familie zusammenlegte (Die AE-1 wäre kaum teurer gewesen).

Unverdrossen ging ich nicht nur auf Motivjagd, sondern besuchte auch einen Fotokurs der Volkshochschule und war ständiger Gast im Schwarzweiss-Labor meiner Schule. Mein Kumpel Micka (dieser Hund hatte eine AE-1 program bekommen) war immer dabei und wir galten alsbald als die „Fotofreaks“ der Klasse.

Irgendwann hatte ich mit meinem Nebenjob das Geld für ein Super Dynarex 2,8/135mm zusammen, irgendwann später kam noch das Skoparex 3,4/35mm und ein Balgengerät dazu. Die Sammelleidenschaft war entfesselt und als ich viel später in Lohn und Brot stand, kamen die Sucheraufsätze, ein Beroflex 8/500mm und ein Soligor 4,5/90-230mm Zoom dazu. Erst mit dem Internet erfuhr ich von der Existenz weiterer Objektive (dem Fotoladen meines Vertrauens war nichts davon bekannt). Das 4/200mm und das 5,6/400mm sowie das Dynarex 3,4/90mm besitze ich bis heute nicht, wohl aber konnte ich etwa 2001 ein Voigtländer Zoomar 2,8/36-87mm aus USA importieren (ein besonderes Abenteuer, in dessen Verlauf ich sogar verdächtigt wurde, mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz in Konflikt gekommen zu sein.)

Danach gab es die ersten Digitalkameras und die analoge Leidenschaft ließ entsprechend nach.

Am Weihnachtsfest 2013 war es endlich soweit: Ich durfte meine Canon 600d auspacken. Mit dabei waren ein paar Adapterringe für Icarex-Objektive, die es inzwischen bei Ebay gab. Zusätzlich durfte ich mich über einige Pentax-Objektive aus dem Nachlass meines Schwiegervaters freuen, die ebenfalls adaptierbar waren. Nur diese Adaptierbarkeit hatte mich zur Canon tendieren lassen, sonst wäre es vielleicht eine Nikon d5300 geworden.

Der gefürchtete Crop-Faktor der APS-Cameras stellte sich sehr bald als gar nicht gravierend heraus: Man gewöhnt sich einfach daran!

Im Folgenden will ich versuchen, meine Erfahrungen mit dem „Altglas“ zu beschreiben und womöglich auch zu bewerten.

Nachtrag April 2017: In einer Publikation über Altglas las ich davon, man solle doch die alten Schätzchen nicht immer wieder gegen moderne Objektive antreten lassen. Im Allgemeinen werden sie dann nämlich verlieren, denn im "Allround-Betrieb" haben sie kaum eine Chance, ihre besonderen Stärken zu beweisen. Statt dessen solle man doch einmal nur mit einem alten Glas losziehen und fotografieren, was das Zeug hält. Dabei bekomme man ein Gefühl dafür, wo die besonderen Stärken der Glases liegen. Das habe ich - zunächst zweifelnd - mit dem Skoparex 35mm getan und war überaus überrascht! Das Ding kann ja was! Bilder gibt es alsbald und ich werde das auch mit anderen Objektiven tun.

 

Dandelion Chips - Programmierung

  • Chips von "Big_IS" Deutsche Übersetzung von „Hinnerker“ aus dem Digicamclub
  • Meine Erfahrungen mit den Adapterringen, die mir zur Verfügung stehen
 

Die Icarex-Obektive

 Die Pentax-Objektive

Andere Schätzchen

 

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